Für Sie getestet

China und Korea

Chinesische Nudeln und Weltkulturerbe

Ni Hao und Anneyong haseo!

Ende Mai 2012 bin ich von einer privaten 3-wöchigen Inforeise durch China und Südkorea zurückgekehrt.
Ich weiss nicht, über wie viele Treppen wir gestiegen sind und wie viele Geisterschwellen wir überschritten haben (= hohe Schwellen an Türen und Toren, die es bösen Geistern unmöglich machen sollten, in die Räume zu gelangen. Offenbar konnten die Geister wohl nicht höher als 20-30 cm hoch hüpfen!).

Aber jetzt erst mal der Reihe nach:

China war wie immer spannend – und das nicht nur wegen des Essens (wir haben diesmal die chinesischen Nudeln „entdeckt“ - und an einer Kochunterweisung teilgenommen ;-).

Es ist unglaublich, wie sich dieses Land in die Zukunft katapultiert!
Wie viele Strassen, Brücken, ja ganze Flughäfen hier in kürzester Zeit entstehen.
Inzwischen hat China auch verstanden, dass nicht alles Alte abgerissen werden muss, sondern dass der Tourismus davon lebt. So bleiben wenigstens noch Reste der alten Stadtviertel in Peking erhalten.

Nach dem Besuch der Yungan-Grotten (UNESCO Weltkulturerbe), die zu den meistgefeierten Kunstwerken Chinas gehören (über 51.000 Statuen sind auf einer Länge von ca. 600 Metern in den Sandstein gehauen worden. Teilweise in Höhlen, teilweise an der blanken Felswand zieren Szenen aus Alltag und Religion die Landschaft und geben einen Einblick in die Vergangenheit)

und des hängenden Klosters in Datong (UNESCO Weltkulturerbe), das wie ein Adlerhorst in den Fels gehauen, scheinbar schwerelos in schwindelerregender Höhe hängt,

waren wir in der alten Stadt Pingyao (UNESCO Weltkulturerbe), so eine Art chinesisches Rothenburg o. d. Tauber, wo man sich noch vorstellen kann, wie China vor 100 oder 200 Jahren ausgesehen hat.

Damals gab es neben einer noch gut erhaltenen Stadtmauer Hutongs: enge Gassen, die auch in Peking bis in die 1990er Jahre hinein eine der vorherrschenden Wohnbebauungen waren. In den Hutongs sieht man noch die traditionellen Wohnhöfe, die von je 4 Wohnhäusern, in denen 4 Familien lebten, um einen gemeinsamen Innenhof gebildet wurden. Hier spielte sich das Leben ab, mit allen Vor- und Nachteilen nachbarschaftlicher Enge. (Gemeinschafts-)Toiletten gab es jeweils am Ende der Strasse. Laut Reiseleiter wurden hier viele Bekanntschaften angebahnt, von denen manche auch zur Ehe führten (ist vermutlich nur eine nette Touristengeschichte…).

Heute findet man in den großen Städten – ausser den historischen Sehenswürdigkeiten - zentral überwiegend Geschäfte und Büros, in den Vorstädten dafür ausgedehnte Hochhaussiedlungen, die, zumindest beim Vorbeifahren, nicht gerade heimelig wirken.

Korea ist natürlich schon im 21. Jahrhundert angekommen und man kann es am ehesten mit Japan vergleichen.
Das merkt man am Essen, das meistens aus (am Tisch zu grillendem oder in Brühe zu garendem) Fleisch oder Fisch besteht (und vielem Getier, das wir lieber nicht persönlich kennenlernen wollten), begleitet von Reis und vielen Schälchen mit sauer oder salzig eingelegtem Gemüse. Allen voran dem eingelegten Chinakohl "Kimchi", dem koreanischen Nationalgericht, das es auch schon zum Frühstück gibt. Aber auch Spinat, (Frühlings)Zwiebeln, Knoblauch, Rettich, getrockneter Fisch, scharfe Chili-Paste, Tofu, usw. gehören dazu.

Touristisch ist Korea bis in den letzten Winkel ausgezeichnet erschlossen, mit jeder Menge Weltkulturerbe- und Weltnaturerbe-Stätten und unzähligen National Treasures, auf die die Koreaner auch mächtig stolz sind. Jede Sehenswürdigkeit ist im Top-Zustand, mit Beschreibungen in Englisch, alle 100 m gibt es einen Getränkestand und saubere (!) "westliche" Toiletten (im Gegensatz zu China, das sich – abseits der grossen Städte - eher noch durch unerfreuliche Hocktoiletten hervortut).

Wir haben sehr viel gesehen: mittelalterliche Paläste mit "Changing of the Guards", Taekwondo-Shows, Aussichtstürme, Naturschönheiten, Museen, Königsgräber, Museumsdörfer und viele, viele Tempel (buddhistisch, laotisch oder konfuzianisch), die aufgrund des bevorstehenden Geburtstags Buddhas mit unzähligen bunten Lampions geschmückt waren.

Wir haben gesehen, wie Ginseng angebaut wird, der schon seit Jahrtausenden in der traditionellen chinesischen als auch koreanischen Medizin als Heilmittel verwendet wird. Und dass die Koreaner Ihre Reisefelder zum Teil schon maschinell bestellen!

Für uns schwierig sind die Namen der Städte und der Sehenswürdigkeiten. Alles klingt ähnlich. Wer kann schon Gyeongbokgung und Changdeokgung aussprechen bzw. auseinanderhalten (beides Namen für ehemalige Königspaläste in Seoul)?

Die Koreaner sind aussergewöhnlich freundlich und hilfsbereit, aber nicht aufdringlich. Man wird nicht, wie in Thailand von jedem angelächelt oder wie in Indien von jedem angesprochen oder sogar angefasst. Nur die Schüler erproben gern Ihre neu erworbenen Englischkenntnisse an Touristen, oft in Form von Interviews – sozusagen als Hausaufgabe ;-)
Andererseits ist Korea weniger exotisch als China…

Das Wetter war gemischt, mal sonnig warm, mal regnerisch trüb. Gefroren haben wir zum Glück auch während unserer landesüblichen Übernachtung im koreanischen Hanok - einem traditionellen Wohnhaus (mit „ondol“ = Fussbodenheizung) - nicht. Trotzdem waren wir froh, dass wir die Reise von April auf Mai verschoben hatten, auch wenn wir dadurch die Kirsch- und Rapsblüte versäumt haben... man kann eben nicht alles haben ;-).

Alles in allem, war es eine tolle Reise, mit vielen neuen Eindrücken!

Falls Sie durch meinen Reisebericht jetzt inspiriert wurden, schauen Sie sich doch mal unsere Reisevorschläge für China und Korea an - bestimmt ist auch etwas Passendes für Sie dabei, das natürlich gern noch entsprechend Ihren indviduellen Wünschen mit Ihnen abgestimmt werden kann.
Wir freuen uns auf Ihre Anfragen!

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