Wissenswertes über Japan

Bevölkerung

Japan hat eine Bevölkerung von über 126 Mio. Menschen. Ein Großteil der Bevölkerung lebt in den Ballungsräumen um die Großstädte. Die Hauptstadt ist Tokyo, die fast 12 Mio. Einwohner hat.

Do's and Don'ts

Gerade in einem Land mit so unterschiedlicher Kultur wie Japan, ist das Risiko recht groß, ins Fettnäpfchen zu treten. Nachfolgend einige Tipps und Empfehlungen zum parkettsicheren Umgang im Land der aufgehenden Sonne:

Straßenschuhe gelten in Japan als unrein. Deshalb ist es oberstes Gebot, die Schuhe beim Betreten eines Schreins, Tempels oder einer Privatwohnung auszuziehen. Auch wenn der Japaner seinem Gast anbietet, die Schuhe in seinem Heim anzubehalten, sollte man sie trotzdem als Zeichen der Höflichkeit ausziehen - gut, wenn man dann nicht die ältesten Socken - mit Loch - trägt ;-).

Bitte achten Sie darauf, Ihre Hausschuhe vor der Toilettentür auszuziehen und in die bereitstehenden Toilettenschuhe zu schlüpfen. Bitte vergessen Sie auf keinen Fall, diese beim Verlassen der Toilette wieder gegen Ihre eigenen Hausschuhe zu tauschen!

Als äußerst unfein gilt es auch, sich die Nase in der Öffentlichkeit oder gar während des Essens zu putzen. Für diesen Fall ist es ratsam, sich auf ein stilles Örtchen zu begeben oder die Nase dezent hochzuziehen.

Da in Japan Visitenkarten "Leute machen", ist es für Geschäftsreisende unbedingt erforderlich, entsprechende Karten bei sich haben, und zwar am besten beidseitig bedruckt: auf der einen Seite in Englisch oder Deutsch, auf der anderen Seite in Japanisch. Der Austausch von Visitenkarten macht es nicht nur leichter, die zahlreichen fremdländischen Gesichter auseinander zu halten, sondern ermöglicht den Japanern zugleich die hierarchische Einordnung eines Fremden. Es ist üblich und gilt als besonders höflich, die Visitenkarte mit beiden Händen zu überreichen und entgegenzunehmen. Die Karte sollte dann aber nicht weggesteckt werden, sondern sie wird genau studiert oder vor sich auf den Tisch gelegt, um immer wieder darauf zurückgreifen zu können.

Einen wichtigen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Japan bildet der Austausch von Geschenken. Sie haben als Ausdruck der Verbundenheit, Dankbarkeit und auch als Zeichen des Respekts einen hohen Stellenwert. Es muss nichts großartiges sein - Süßigkeiten oder Blumen reichen aus. Auch ein Mitbringsel aus dem Heimatland des Gastes erfreut sich immer besonderer Beliebtheit.

Geht man mit Japanern essen, sollte man sich nie selbst etwas zu trinken einschenken. Immer erst seinem Nachbarn etwas zu Trinken anbieten, dieser wird dann im Gegenzug dem Anderen etwas nachschenken. Auch sollte man es tunlichst vermeiden, beim Essen die Stäbchen aufrecht in den Reis zu stecken. Auf diese Weise wird der Reis nämlich ausschließlich am buddhistischen Hausaltar den Geistern der verstorbenen Vorfahren als Speiseopfer dargeboten.

Feste

expenova-Japan

In Japan finden zu jeder Jahreszeit eine Unzahl von verschiedenartigen Festen und Festivals statt, einige davon tollkühn oder pompös, andere wiederum von ausgesprochen graziöser Natur. Außer den Festen und Festivals, die shintoistischen oder buddhistischen Ursprungs sind, gibt es Veranstaltungen, die lediglich zur Unterhaltung der Bevölkerung stattfinden, wie Feuerwerke und Tanzfestivals im Sommer sowie Schneefestivals im Winter. Es gibt kaum einen Monat, an dem keine Feste, Festivals oder ähnliche Veranstaltungen stattfinden.

Der Ursprung des Shintoismus liegt im uralten Glauben an die Existenz göttlicher, heiliger Kräfte in der Natur, die als "Kami" (Götter) verehrt werden. Feste und Festivals, die auf dem Shintoismus basieren, preisen die Götter und sollen im Austausch für eine reiche Ernte, geschäftlichen Erfolg und das Gedeihen von Gemeinschaft und Familie sorgen.

Für ausländische Touristen sind japanische Feste und Festivals auch deshalb sehr interessant, weil sich in ihnen volkstümliche Überlieferungen und japanische Traditionen wiederspiegeln. Die bezeichnende begeisternde Atmosphäre japanischer Feste und Festivals kann nur verstehen, wer einmal dabei gewesen ist.

Prüfen Sie Ihr Reiseprogramm und versuchen Sie den Besuch eines Festes oder Festivals mit einzuplanen, ob zum Schauen oder sogar zum Mitmachen.

Januar
06.01. Neujahrsparade der Feuerwehr in Tokyo

Februar
03. + 04.02. Setsubun: Setsubun wird in Tempeln und Schreinen gefeiert. Dabei werden getrocknete Bohnen geworfen, um "die bösen Geister" zu vertreiben.
07.-11.02. Schneefest in Sapporo

März
01.-14.03. Brunnenöffnung am Todaiji-Tempel in Nara. Am Abend des 12. entzünden Mönche auf der Veranda der Nigatsudo-Halle riesige Pinienfackeln.

April
14.+15.04. Takayama-Fest des Hie-Schreins in Takayama in der Präfektur Gifu

Mai
03.+04.05. Dontaku-Fest in Fukuoka-Hakata: ein Umzug mit vielen interessanten Figuren zieht durch die Stadt. Durch die Hauptstraßen werden Prozessionswagen gezogen.
15.05. Aoi-Fest an den Shimogamo- und Kamigamo-Schreinen in Kyoto. In Erinnerung an eine kaiserliche Prozession werden Ochsenwagen mit großem Gefolge durch die zwischen beiden Schreinen liegenden Straßen gezogen. Malvenblüten schmücken die Schreine und Ochsenwagen.
Mitte Mai: Das Kanda-Fest am Kanda Myojin-Schrein in Tokyo.
Mitte Mai: Sanja-Fest am Asakusa-Schrein in Tokyo. Dieses Fest ist eines der berühmtesten Feste in Tokyo und geht bis in die Edo-Zeit zurück. Viele Tragschreine werden von jungen Männern, Frauen und Kindern durch die Straßen getragen.
18.05. Fest des Toshogu-Schreins in Nikko, bei welchem ein großer Umzug mit mehr als 1.200 Teilnehmern stattfindet, die in Trachten der frühen Edo-Zeit gekleidet sind und drei Tragschreine begleiten.

Juli
16.+17.07. Gion-Fest am Yasaka-Schrein in Kyoto. Die Hauptattraktion des Festes sind die Umzüge der Yama- und Hoko-Wagen. Diese Wagen mit ihren hohen Aufbauten sind mit Schnitzereien, Teppichen, Vorhängen und anderem phantastisch geschmückt.

August
01.-07.08. Nebuta-Festival in Hirosaki
02.-07.08. Nebuta-Festival in Aomori. Siehe auch unsere Festivalreise zum Nebuta Matsuri.
06.-08.08. Sternenfest in Sendai. Fast alle Häuser und Straßen sind mit bunten Papierbändern traditionell geschmückt.

September
16.09. Fest des Tsurugaoka Hachiman-Schreins in Kamakura

Oktober
07.-09.10. Okunchi-Fest am Suwa-Schrein in Nagasaki
09.+10.10. Takayama-Fest des Hachiman-Schreins in Takayama, Präfektur Gifu
17.10. Großes Fest des Toshogu-Schreins in Nikko
22.10. Fest der Stadtgeschichte am Heian-Schrein in Kyoto. Zur Erinnerung an die Gründung der Stadt im Jahre 794 wird ein Umzug gehalten, der die einzelnen Epochen der Stadtgeschichte darstellt.

November
03.11. Daimyo-Prozession in Hakone: eine feierliche Prozession zieht durch den Kurort Yumoto in Hakone.
15.11. Shichi-go-san-Fest: Eltern besuchen mit ihren drei-, fünf- und siebenjährigen Kindern einen Shinto-Schrein, um den Segen der Götter für ihre Kinder zu erbitten.

Dezember
15.-18.12. Fest des Kasuga Wakamiya-Schreins in Nara, eines der größten Feste in Nara.

Geografie

Japan ist ein Inselstaat, der sich im nördlichen Pazifischen Ozean am östlichen Rand des asiatischen Kontinents befindet.

Japans Gesamtoberfläche von 377.708 km² untergliedert sich in vier Hauptinseln, die von etwa 4.000 kleineren Inseln umgeben sind. Somit ist Japan nur wenig kleiner als Deutschland und die Schweiz zusammengenommen. Die vier Hauptinseln haben folgende Größen:

Hokkaido (nördlichste Insel): 83.000 km²
Honshu (Hauptinsel): 231.000 km²
Shikoku (kleinste Insel): 19.000 km²
Kyushu (südlichste Insel): 42.000 km²

Geografisch wird Japan durch seine vielfältigen Küstenlinien, vulkanisches Berggebiet und tiefeingeschnittene Täler charakterisiert. All dies macht Japan zu einem der sehenswertesten Länder der Welt

Kampfsport

In Japan sind verschiedene westliche Sportarten, wie zum Beispiel Fußball und Baseball, sehr populär. Bei Ihrem Aufenthalt möchten Sie aber vielleicht auch einige traditionelle japanische Sportarten kennenlernen.

Judo ist die weltweit populärste japanische Kampfsportart. Das grundsätzliche Prinzip der Judo-Technik besteht darin, die Stärke des Gegners zum eigenen Vorteil auszunutzen. Der Rang des Kämpfers lässt sich an der Farbe des Gürtels (Anfänger: Weiß; höchster Rang: Schwarz) erkennen.

Kendo ist eine Art des Fechtens in Japan, die von Kenjutsu abstammt, einer der wichtigsten von den Rittern (Samurai) praktizierten japanischen Kampfsportarten. Die beiden Kämpfer tragen spezielle Schutzkleidung und greifen nach einem strengen Reglement Kopf, Rumpf und Handgelenke des Gegners mit einem Bambusschwert an.

Karate wurde aus China kommend in Okinawa eingeführt und hat sich dann allmählich zu einer eigenen japanischen Kampfsportart entwickelt. Bei Karate werden keine Waffen verwendet, Angriff und Verteidigung erfolgen nur mit Händen und Füßen. Karate ist kampfbetonter als die meisten anderen Kampfsportarten.

Aikido basiert auf dem Prinzip die körperliche Kraft des Angreifers nicht mit Kraft zu erwidern, sondern für die Verteidigung auszunutzen. Aikido-Übungen dienen ursprünglich nur dem Zweck die Form (Kata) zu üben. Im Vergleich zu anderen Sportarten, wie zum Beispiel Judo oder Karate, ist die körperliche Kraft bei Aikido nicht so wichtig. Aikido ist beliebt bei Frauen und älteren Leuten als geistige Übung oder um körperlich fit zu bleiben.

Sumo ist traditioneller japanischer Ringkampf. Die meisten Ringer sind professionelle Athleten, die gewöhnlich zwischen 110 und 200 kg wiegen.

Im Vergleich zum Ringen westlicher Art, sind die Regeln des Sumo sehr einfach. Zwei Ringkämpfer, die lediglich mit einem schmalen Leinentuch bekleidet sind, betreten einen Ring aus Sand mit 4,5 m Durchmesser, der sich auf einem quadratischen Lehmhügel befindet. Der Kampf ist entschieden, wenn einer der beiden Kämpfer mit einem anderen Körperteil als den Füßen den Boden berührt oder wenn er außerhalb des Rings auftritt oder aus diesem herausgedrückt wird.

Sechsmal im Jahr finden 15-tägige Turniere statt, im Januar, Mai und September in der Ryogoku Kokugikan in der Nähe des Bahnhofs Ryogoku in Tokyo, im März in Osaka, im Juli in Nagoya und im November in Fukuoka.

Knigge für eine Übernachtung in einem Ryokan oder einem Minshuku

Am Eingang jeder Unterkunft in japanischem Stil (Ryokan oder Minshuku) ziehen die Gäste ihre Schuhe aus und die bereitgestellten Hausschuhe an. Allerdings dürfen Tatami-Matten nur in Strümpfen oder barfuss betreten werden, am Eingang eines Tatami-Zimmers zieht man also die Hausschuhe aus.

Im Zimmer sitzt man an einem niedrigen Tisch auf Sitzkissen, den "Zabuton". Im Winter liegt oft eine dicke Decke über dem Tisch und unter dem Tisch hängt ein kleiner elektrischer Heizkörper. Man schlüpft unter die Decke und kann seine Beine und Füße wärmen. Dieser "heizbare Tisch" heißt "Kotatsu".

Das japanische Bett, "der Futon", wird vor dem Schlafengehen auf den Tatami-Matten ausgebreitet. Normalerweise wird in japanischen Unterkünften ein dünner Baumwollkimono, der "Yukata" bereitgelegt, welchen man in der Unterkunft nach dem abendlichen Bad tragen kann. Im Winter bekommt man zusätzlich ein dicke Kimonojacke zum Überziehen.

expenova-japanische Toilette

Die Toiletten sind normalerweise in japanischem Stil. Sie werden im Stehen benutzt. Bitte achten Sie darauf, Ihre Hausschuhe vor der Toilettentür auszuziehen und in die bereitstehenden Toilettenschuhe zu schlüpfen. Bitte vergessen Sie auf keinen Fall, diese beim Verlassen der Toilette wieder gegen Ihre eigenen Hausschuhe zu tauschen!

Wenn Sie ein Gemeinschaftsbad oder öffentliches Bad benutzen, entkleiden Sie sich in einem Vorraum und legen Ihre Kleidung in einen Korb oder ein Fach. Kleine Handtücher werden von den meisten Unterkünften gestellt, man kann sie als Waschlappen oder zum Abtrocknen benutzen. Zuerst wäscht man sich an den Duschen oder Wasserhähnen gründlich. Wenn keine Duschen vorhanden sind, gießt man sich das Wasser aus den Wasserhähnen mit Hilfe einer kleinen Plastikschüssel, die in den Bädern bereitstehen, über Kopf und Körper. Wenn keine Wasserhähne vorhanden sein sollten, dürfen Sie auch Wasser aus dem Bad schöpfen. Aber achten Sie darauf, dass keine Seife in das Badewasser gelangt. Dann erst steigt man in das oft sehr heiße Badewasser zum Entspannen.

Religion

In Japan haben immer mehrere religiöse Glaubensformen nebeneinander bestanden. Die wichtigsten sind der Shinto, der sich von der japanischen Urreligion herleitet, und der Buddhismus, der Japan im 5. oder 6. Jh. erreichte. Der japanische Buddhismus ist in viele verschiedene Sekten (Schulen, Richtungen) gegliedert, die aber fast alle dem Mahayana-Buddhismus angehören. Zu den bekanntesten buddhistischen Richtungen in Japan zählen der Zen-Buddhismus, der Amida-Buddhismus und der Nichiren-Buddhismus.

In der Religion Japans gibt es darüber hinaus chinesische Einflüsse durch Taoismus und Konfuzianismus, die von Shinto und Buddhismus aufgenommen und integriert wurden. Heute gehören die meisten Japaner (über 80%) beiden Hauptreligionen an, daher kann man die religiöse Grundeinstellung in Japan als synkretisch bezeichnen. Das Christentum spielte in der Geschichte Japans vor allem im 16. und 17. Jh. eine gewisse Rolle, nimmt aber heute eine Randstellung ein. Ein wichtiges Element stellen dagegen die sog. Neuen Religionen dar, die sich seit Mitte des 19. Jhs. immer stärker ausbreiten und oft eine eigenwillige Mischung aus Shinto, Buddhismus und anderen Weltreligionen propagieren. Seit dem Zweiten Weltkrieg herrscht gegenüber diesen Richtungen eine besonders große religiöse Toleranz, sodass gegenwärtig rund 300 solcher Glaubensgemeinschaften der sog. Neuen Religionen amtlich gelistet sind.

Traditionelle Künste

Japan bietet eine Vielzahl weltberühmter traditioneller Bühnenkünste. Auf prächtigen Bühnen werden Kabuki-Dramen aufgeführt, die den Japanern zu Herzen gehen.

Das von der UNESCO zum Weltkulturgut erklärte Noh-Theater schafft eine Welt hochstilisierter "geheimnisvoller Anmut", die nur schwer in Wort oder Form zu fassen ist. Das Noh-Theater wurde ursprünglich als religiöse Handlung aufgeführt und blickt auf eine über 700-jährige Geschichte zurück. Die in traditionelle Gewänder gekleideten Schauspieler tragen Masken, um Gemütsbewegungen zu verbergen, oder führen mit ausdruckslosem Gesicht den lyrischen Tanz vor.

Das Kabuki-Drama ist als Theaterrichtung populärer als das Noh. Kabuki ist die Verbindung rhythmischer Verse, die von den Schauspielern vorgetragen werden, mit einzigartigen Tänzen, Shamisen-Musik, prächtigen Kostümen, farbenfroher Schminke und kunstvollen Bühnenbildern. Für die Besucher aus dem Ausland sind insbesondere die Frauenrollen interessant, die immer von männlichen Darstellern gespielt werden. Alle großen Kabuki-Bühnen legen ihren Programmheften englischsprachige Kurzdarstellungen der Stücke bei.

Die Teezeremonie (Chanoyu) und auch die Kunst des Blumensteckens (Ikebana) zielen nicht einfach auf die Verbesserung der Kunstfertigkeit. Man misst ihnen großen Wert zu als "Weg", der, wie auch das Haiku, "Wabi und Sabi", d. h. eine zwar geregelte, doch verfeinerte stille Schönheit verfolgt. An zahlreichen Einrichtungen können Sie traditionelle Kultur wie Chanoyu und Ikebana genießen oder sogar selbst erfahren. Machen Sie auch das Erlebnis des Kimono-Ankleidens. Die Suche nach der "Seele Japans" wird Ihnen hoffentlich eine neue Seite in Ihnen aufzeigen.

Die Teezeremonie, auch Chanoyu oder Sado genannt, ist eine ästhetische Kulthandlung und in gebildeten Kreisen Japans sehr beliebt. Heute wird sie als Art Konzentrationsübung und als Übung zum Erlernen guter Sitten und Verhaltensweisen betrachtet. Für die Japaner ist die Teezeremonie eine "Religion der Kunst des Lebens" und zugleich eine stilisierte Art, pulverisierten Tee zu servieren. Es gibt zahlreiche Schulen, welche die unterschiedlichen Arten der Teezeremonie lehren. Sie können eine typische Vorstellung des Chanoyu in einigen Hotels oder bei den führenden Schulen genießen.

Die Kunst des Blumensteckens, Ikebana oder auch Kado genannt, war in ihrem frühen Entwicklungsstadium eng mit der Teezeremonie verknüpft und wurde als eine besondere Art der Dekoration des Teezimmers verstanden. Später wurden viele Schulen gegründet, die verschiedene Richtungen der Blumensteckkunst entwickelten. Heute gibt es mehr als 20 bekannte Schulen. Einige der Ikebana-Schulen bieten englischsprachige Kurse an.

Das Bunraku-Puppentheater, bei dem von Shamisen-Musik begleitete Balladen (Joruri) aufgeführt werden, stellt den Konflikt der traditionellen gesellschaftlichen Ethik mit den tatsächlichen Gefühlen der Menschen wie Liebe und Hass auf wunderbare Weise dar. Das Bunraku-Puppentheater ist eine weitere einzigartige Form der Theater-Unterhaltung in Japan und weltweit bekannt. Bunraku ist ein "Puppenspiel mit drei Spielern": Die wichtigen Puppen werden von jeweils drei Personen gespielt, was erstaunliche, beinahe lebendige Bewegungen der Puppen ermöglicht. Die begleitende Shamisen-Musik, der Vortrag romantischer Balladen und die prächtigen Kostüme der Puppen sind sehr beeindruckend.

In der Zeit der Kirschblüte werden in Kyoto die sogenannten Kirschblüten-Tänze aufgeführt, ein klassisches japanisches Tanzspiel mit Tänzern in farbenfrohen Kimonos vor einer prächtigen Kulisse. Das Miyako-Odori (1.-30.4.) und das Kamogawa-Odori (1.24.5.) sind die bekanntesten Darbietungen.

Musikalische Revuen, die Revuetheater der Operette vereinen, sind in Japan sehr populär. Die bekannteste Revue-Truppe ist die Takarazuka Girls Opera.

Ballet, Oper und klassische Konzerte werden häufig in größeren Städten aufgeführt, die über entsprechende Theaterhäuser verfügen. Die führenden Opernensembles und Symphonie-Orchester annoncieren regelmäßig ihre Programme. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Gastspiele ausländischer Ensembles, Orchester und Solisten in Japan.

In Japan gibt es viele und sehr unterschiedliche Museen und Kunstgalerien. Sie befinden sich meistens in den Großstädten, aber auch in einigen kleinen Orten gibt es durchaus sehenswerte Museen. Montags sind die meisten Museen und Galerien in Japan geschlossen.